WENN KINDER DEN URLAUB ZAHLEN

„Wir sind pleite. Mama braucht eine neue Lichtmaschine, die kostet 1000 Euro.“

Solche Aussagen kommen von Kindern oft völlig unvermittelt und ohne Zusammenhang. Und die Erwachsenen sind dann nicht selten erstaunt darüber. Dabei ist eigentlich klar, dass Kinder keinen anderen Kontext, keinen anderen Bezug zu dieser Aussage haben können, als dass die Mama es eben so gesagt hat. Wie viel 1000 Euro sind, wissen die Kinder ja normalerweise noch nicht. Ihnen fehlt schlicht der Bezug zu so großen Summen. Was die Erwachsenen sagen, nehmen Kinder deshalb als Wahrheit an, ohne es zu hinterfragen.

Urlaub ist was für Reiche

Unbewusst von Erwachsenen dahergesagte Glaubenssätze wie „Urlaub können wir uns eh nicht leisten“ oder „Das ist was für die Reichen“ nehmen Kinder ungeprüft an und werden oft noch als Erwachsene von ihnen beeinflusst. Bei ihnen formt sich der Glaube: Geld ist überall, nur nicht bei uns – und schöne Dinge können wir uns sowieso nicht leisten. Geld wird somit stets mit negativen Gefühlen verbunden.

Nehmen Sie deshalb Abstand von Glaubenssätzen. Wenn der Urlaub ausfallen muss, sagen Sie doch lieber nur: „Dieses Jahr möchten wir gerne mal Urlaub auf Balkonien machen.“

Das Bewusstsein für Geld wecken

Damit Kinder die finanzielle Belastung verstehen, die beispielsweise ein Familienurlaub bedeutet, brauchen sie kleine Summen zum Üben. Mit einer Zahl wie „1000 Euro“ können sie nichts anfangen, weil sie außerhalb ihrer Erfahrungswelt liegt. Wie viel ein Euro ist, können sie hingegen schon gut einschätzen, weil sie eine Relation haben: Sie wissen, wie viele Lollis sie dafür bekommen.

Durch entsprechende Übungen können Sie mit den Kindern drei unterschiedliche Perspektiven einnehmen und verständlich machen:

Geld verdienen
1.) Die Verdienersicht: Wie lange dauert es, zehn Euro zu verdienen? Wie lange muss Papa dafür arbeiten? Geben Sie passende Aufträge, wie z.B. eine Woche lang den Müll rauszubringen oder zwei Stunden im Garten zu helfen, mit denen ihr Kind sich zehn Euro verdienen kann. Es wird verstehen, dass Geld zunächst Zeit und Mühe kostet.

 


2.) Die Käufersicht: Geben Sie Ihrem Kind zehn Euro in die Hand und den Auftrag, alle Zutaten für das Mittagessen dafür zu kaufen. Geht das gut oder fällt es vielleicht sogar schwer? Gehen Sie dann in einen Laden für Computerspiele und vergleichen Sie, wie viele Mittagessen ein Computerspiel wert ist. So kann Ihr Kind Summen besser aus der Käufersicht einschätzen.

 

Geld geben
3.) Die Gebersicht: Was kann Ihr Kind bewirken, wenn es zehn Euro spendet?Wie lange kann z.B. ein Patenkind in der dritten Welt mit diesen zehn Euro zur Schule gehen? Oder wie viel Essen kann es sich davon kaufen?

 

 

Vom Üben zum eigenen Urlaub

Zusammen mit Ihrem Kind können Sie sich mit der Zeit auch an größere Summen herantasten. Relationen wie die Kosten eines Urlaubs hingegen und wie lange Papa dafür arbeiten muss, wird ein Kind erst wirklich verstehen, wenn es alt genug ist, seinen ersten Urlaub alleine zu buchen. Dass mühsam angesparte 200 Euro in Spanien ganz schnell zu Ende gehen, wird dann greifbar.

Bis dahin hat Ihr Kind durch die praktischen Übungen jedoch eines schon längst gelernt: Ich beherrsche das Geld, nicht das Geld mich!

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