WARUM DAS GELD IMMER BEI DEN ANDEREN IST

„Papa, mir ist heiß!“, jammert der Sohnemann von der Rückbank des umklimatisierten alten Renaults. „Warum fahren wir nicht so ein Auto wie der?“ Sein Finger zeigt anklagend auf den Porsche an der Ampel nebenan.

Der Vater verzieht nur geringschätzend die Mundwinkel: „Wer weiß, womit der sein Geld verdient. Schmutzige Geschäfte wahrscheinlich.“

Warum diese unbegründete Anschuldigung? Aus Wut! Warum so wütend? Aus Neid! Warum so neidisch? Weil es ungerecht ist, dass der eine sich jedes Jahr einen neuen Porsche holt, während der andere einen Renault fahren muss!

Ist das ungerecht? Wirklich?

Immer wieder können Sie in den Medien hören und lesen, dass die reichsten zehn Prozent der deutschen Bevölkerung 60 Prozent des gesamten Vermögens besitzen. „Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander“, heißt es dann. Und schon kocht die Wut auf die Reichen hoch.

Aber was bewirken Sie, wenn Sie mitmachen beim Schimpfen auf die „soziale Ungerechtigkeit“? Wird sich dadurch irgendwas für Sie verbessern?
Natürlich nicht! Im Gegenteil: Es wird sich damit etwas verschlechtern, nämlich Ihr eigenes Wohlbefinden. Und das hat einen bestimmten Grund.

Ist Reichtum ungerecht?

Wer glaubt, dass die ungleiche Verteilung des Geldes ungerecht ist, der geht dabei ganz logisch davon aus, dass Wohlstand ein begrenztes Gut ist. Klar: Wenn zehn Äpfel alles sind, was auf einer einsamen Insel übrig geblieben ist, dann ist es ungerecht,wenn ein Robinson sechs Äpfel bekommt und sich die anderen neun Robinsons die restlichen vier Äpfel teilen müssen.

Aber die Wahrheit ist: Sie sind weder Robinson, noch auf einer Insel und schon gar nicht ist der Wohlstand irgendwie künstlich begrenzt. Im Klartext: Wenn einer mehr hat als die anderen, dann auf jeden Fall nicht deshalb, weil er es anderen weggenommen hat. Oder anders herum: Ihr Wohlstand wird nicht geschmälert, wenn ein anderer seinen Wohlstand erhöht. Es steht Ihnen frei, das ebenfalls zu tun. Und auch dann brauchen Sie kein schlechtes Gewissen haben, damit anderen zu schaden.

Wer für Ihren Wohlstand verantwortlich ist

Ungleichheit ungerecht zu finden, ist eine mögliche Sichtweise. Ungleichheit völlig normal und keineswegs unmoralisch zu finden, ist eine andere mögliche Sichtweise. Es steht Ihnen völlig frei, zwischen diesen beiden Sichtweisen zu wählen. Ich will nur Folgendes anmerken: Ihre Wahl hat einen entscheidenden Einfluss auf Ihr persönliches Glück.

Wenn Sie einstimmen in den Chor und die ungerechte Verteilung des Wohlstands beklagen und mehr „Verteilungsgerechtigkeit“ fordern, dann sagen Sie damit zwischen den Zeilen, dass viel Geld haben unmoralisch ist. Reiche sind damit schlechte Menschen. Und Geld ist damit etwas Schmutziges, Gefährliches, Schlechtes. In Ihrem Kopf setzt sich so automatisch eine negative Einstellung zum Geld fest. Unbewusst wollen Sie dann gar nicht, dass mehr Geld zu Ihnen kommt. Mit einer negativen Einstellung zum Geld steht eines schon mal fest: Sie werden unbewusst dafür sorgen, niemals genügend Geld zu haben.

Und noch mehr: Wenn Sie mehr „soziale Gerechtigkeit“ fordern, dann richten Sie diese Forderung an die Regierung, an den Staat, an das System, also nach „oben“. Sie selbst fühlen sich jedenfalls nicht dafür verantwortlich Ihr „zu wenig“ auszugleichen.

Wenn Sie so denken, dann haben Sie den Einfluss auf Ihren Wohlstand an andere abgegeben. Andere kontrollieren, wie viel Geld Sie haben, daran hängt, was Sie sich leisten können und was nicht, und daran wiederum hängt, wie es Ihnen geht. Das Geld kontrolliert also Ihr Leben.

Was brauchen Sie?

Aber das ist dann nur eine Folge Ihres Denkens. Tatsächlich kann das Geld nämlich gar nichts kontrollieren. Es ist weder gut noch schlecht, es ist ja nur ein Tauschmittel. Es ist erfunden worden, um kontrolliert zu werden – vom Menschen, also: von Ihnen! Diese Kontrolle beginnt mit der Frage: Habe ich alles, was ich für ein glückliches Leben brauche? Und wenn nicht: Woran fehlt es? Die Frage meint aber nicht: Wie viel Geld fehlt. Die Zahlen, die sich dann aufsummieren, machen blind. Vielmehr ist die Frage, was alles außer dem Geld fehlt.

Fehlt Ihnen ein iPhone? Ein neues Auto? Ein Haus? Oder ist es vielleicht gar nicht etwas Materielles? Was auch immer Ihnen fehlt: Es lohnt sich, die Sache in die Hand zu nehmen und den Mangel abzustellen. Nehmen Sie das Wort „Vermögen“ wörtlich. Sagen Sie: Ich vermag, etwas zu ändern. Das wird der erste Schritt zu Ihrem eigenen Vermögen sein. Ganz egal, wie groß es sein wird, ganz egal, was andere haben, es wird Ihr eigenes Vermögen sein.

Des Glückes Schmied

Die zweite Frage auf dem Weg zu Ihrem Lebensglück und Ihrem eigenen Vermögen ist: Wie will ich das machen? Egal, ob Sie sich nun selbstständig machen oder eine besser bezahlte Anstellung suchen oder innerhalb Ihres Unternehmens eine Gehaltserhöhung anstreben – wichtig ist, dass Sie es tun. Wenn Sie nicht wissen wie, lassen Sie sich beraten. Fragen Sie einen Freund, einen Bekannten, lesen Sie ein passendes Buch oder suchen Sie sich ein Vorbild.

Und wenn Sie es vermocht haben, Ihr eigenes Vermögen zu gewinnen, dann brauchen Sie auch nicht mehr neidisch zu sein. Auch nicht auf die Menschen, die mehr Geld haben als Sie. Denn das hat nichts mit Ihnen zu tun. Sie haben ja das eigene Vermögen gewonnen, das Sie wollten. Und ob die anderen das Vermögen haben, das die wollten, kann Ihnen ganz egal sein.

Eines sollten Sie immer im Auge behalten: Ungleiche Vermögensverteilung muss nicht unbedingt ungleiche Glücksverteilung bedeuten. Das Geld alleine macht nämlich nicht glücklich. Deshalb können Menschen glücklich sein, die wenig Geld haben und Menschen mit viel Geld unglücklich. Weil das Glück nicht am Geld hängt, sondern am Vermögen.

2 Comments

  1. H. P. Jaeger sagt:

    Lieber Andreas, Enrico, ( interessantes Namenspaar !) Hätte eine Frage: findest du es sinnvoll u. angebracht, angelegtes Vermögen vor Ende der Laufzeit etwas vorzeitig zur Auszahlung zu bringen…speziell auch im Hinblick auf die derzeit niedrige Zinspolitik u. den schwachen Euro?

    • Andreas Enrico Brell sagt:

      Liebe Mira, lieben Dank für Deine Anfrage. Ja, mein Vater ist Opernsänger und meine Mutter fand Enrico Caruso toll, so habe den zweiten Vornamen bekommen 🙂 Zu Deiner Frage: Meine Coachings drehen sich um Geld aus neuer Sicht: Die Beziehung zu Geld, also Geld als Spiegel Deines Verhaltens in Deinem Leben und Geld als Werkzeug, also der praktische Umgang mit Geld, um Dir das Leben zu ermöglichen, das Du Dir wünscht. Eins von vier Teilen meines Geldkonzeptes ist das Geldwissen. Meine Vorgehensweise ist umgekehrt: keine Anlageberatung oder Geldtipps wie jemand materiell reich wird, sondern die Förderung des Aufbaus eigenen Wissens. Im Rahmen meines Online Coachings bekommst Du wichtige Fragen an die Hand, die Du Dir selbst beantwortest, um die passende Antwort zu finden. Deine Frage würde ich mit einer Gegenfrage beantworten: Wovor genau hast Du Angst, das Du eine Anlage auflösen willst? Deine Antwort führt Dich zum Ziel. Schreibe mir gern, wenn Du nicht weiterkommst. Mein bald erscheinendes Buch könnte Dir ebenfalls helfen. Meine Mailadresse lautet: info@andreas-enrico-brell.com Liebe Grüße aus Hamburg, Andreas

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